1883 wurde bei Wasserburg am Inn die Heil- und Pflegeanstalt Gabersee eröffnet, damals noch Kreisirrenanstalt genannt. Sie sollte die Kreisirrenanstalt in München entlasten. Auch aus Gabersee gab es Deportationen im Rahmen der »Aktion T4«. Die Anstalt wurde am 15. Januar 1941 aufgelöst und die verbliebenen fast 500 Patient*innen in die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar verlegt; viele von ihnen wurden dort Opfer des NS-»Euthanasie«-Programms. Ausführliche Informationen über Gabersee mit Schwerpunkt Nationalsozialismus finden Sie hier.
Am 27. Januar 2020 wurde in Wasserburg ein Denkmal für die NS-Opfer eingeweiht. Helene Leitner, ein Gründungsmitglied der Gedenkinitiative für NS-»Euthanasie«-Opfer, hat auf dieser Gedenkveranstaltung über ihre ermordete Großmutter Therese Mühlberger gesprochen, die Patientin in Gabersee gewesen war. Die Großmutter ist eines von den 637 bekannten Opfern der Anstalt. Helene Leitner engagiert sich seit vielen Jahren für ein Gedenken an die Gaberseer Opfer, spricht bei Gedenkveranstaltungen und mit der Presse, hält Kontakt mit dem Inn-Salzach-Klinikum und versucht auf diese Weise nicht nur der ermordeten Großmutter, sondern allen Gaberseer Opfern ein würdiges Gedenken zu ermöglichen.
Die Gedenkinitiative möchte Kontakt zu weiteren Angehörigen von Opfern aus Gabersee knüpfen. Falls Sie glauben betroffen zu sein, freuen wir uns über Ihre Nachricht.
Kontakt: Helene Leitner, E-Mail: gabersee@gedenkinitiative-ns-euthanasie.de
Übrigens: Das Inn-Salzach-Klinikum unterstützt Sie bei der Recherche.

